Abschluss der Bauarbeiten und feierliche Verkehrsfreigabe

Heute, am 17. Mai, wurde die Darmstädter Straße in Aschaffenburg nach einer ca. dreijährigen Bauzeit wieder für den Verkehr freigegeben. Die seit Anfang April 2024 mit dem Beginn der letzten Bau- und Verkehrsführungsphase verbundenen starken Verkehrseinschränkungen in Fahrtrichtung Darmstadt haben nun ein Ende. Die Verkehrsfreigabe nahm Frau Staatsministerin Judith Gerlach vor.

Bis zur heutigen feierlichen Verkehrsfreigabe des ca. 15 Mio. € teuren Projekts mussten die Verkehrsteilnehmer, die Betriebe im Hafen, sowie die Besucher des historischen Landschaftsparks Schönbusch viel Geduld und Verständnis aufbringen. Die bayerische Staatsministerin für Gesundheit, Pflege und Prävention, Frau Judith Gerlach, übermittelte die Grüße von Bauminister Christian Bernreiter und hob in ihrer Rede die große Bedeutung des Vorhabens für die Stadt Aschaffenburg, für die Region Bayerischer Untermain und die Unternehmen im Bayernhafen Aschaffenburg hervor. Begrüßt wurden die Teilnehmer vom Behördenleiter des Staatlichen Bauamtes Aschaffenburg, Herrn Klaus Schwab. Nach der Rede von Frau Staatsministerin Gerlach sprachen der Oberbürgermeister der Stadt Aschaffenburg, Herr Jürgen Herzing und Herr Alexander Zeiger vom Bayernhafen. Zum Abschluss der Veranstaltung wurde der Streckenabschnitt zwischen den Knoten Hafen-West und Hafen-Ost für den Verkehr freigegeben und die Signalanlage an der Kreuzung Hafen-Mitte / Schönbusch in Betrieb genommen.

Die Kosten für den Ausbau werden im Wesentlichen vom Bund getragen. Rund eine Million € trägt die Stadt Aschaffenburg und rund 600.000 € der bayernhafen.
Alle Teilnehmer lobten die stets professionelle Abwicklung der Maßnahme und die gute Öffentlichkeitsarbeit. Besonders hervorgehoben wurde die eigens vom Staatlichen Bauamt eingerichtete Projekthomepage (www.b26ausbau-aschaffenburg.de). Über diese Seite konnten sich alle Interessierten jederzeit über den aktuellen Stand der Bauarbeiten und der Verkehrsführung informieren. Betont wurde außerdem die gute Zusammenarbeit mit den unmittelbaren Anrainern, wie der Stadt Aschaffenburg, dem bayernhafen sowie der Bayerischen Schlösser- und Seenverwaltung. Auch wenn es nicht immer einfach war, alle Interessen bestmöglich zu berücksichtigen, so war die Kooperation von Vertrauen und konstruktiver Zusammenarbeit geprägt.

Mit der Fertigstellung der ca. 1,35 km langen Baumaßnahme wird den Verkehrsteilnehmern der erste Baustein des Ausbaukonzeptes der Darmstädter Straße in Aschaffenburg zur Verfügung gestellt. Außerdem soll die 4-streifige Straße in Richtung Osten über die Hafenbahnbrücke bis zur Kreuzung Augasse/ Auweg weitergeführt werden, in Richtung Westen ist ein Ausbau bis zur Obernburger Straße (Kreisstraße AB 16) auf Stockstadter Gemarkung geplant, um das hohe Verkehrsaufkommen von derzeit ca. 18.500 Kfz/24h abzuwickeln. Das Ausbaukonzept zielt darauf ab, die Verkehrsachse B 26 im Raum Aschaffenburg langfristig zu stärken und die parallel verlaufende Großostheimer Straße (St 3115) verkehrlich zu entlasten. Darüber hinaus wird eine attraktive Radverbindung von Aschaffenburg nach Stockstadt geschaffen. Nachdem in diesem Jahr der Radweg an der B 26 zwischen dem Stadion und dem Knoten Hafen-Ost gebaut wird, fehlt dann nun nur noch der Lückenschluss über die Hafenbahnbrücke zwischen den Knoten Hafen-Ost und Hafen-Mitte.

Planungsgeschichte
Diesem wichtigen Tag für Aschaffenburg ging eine lange Planungsphase voraus. Die ersten Ideen zur Verbesserung der Verkehrsverhältnisse im Bereich des Schönbuschs bzw. bayernhafens hatten ihren Ursprung im Jahr 1990. Damals wurden die ersten Vorplanungen aufgenommen. Ziel war es, Lösungsansätze zur Erhöhung der Leistungsfähigkeit und der Verkehrssicherheit zu entwickeln. Insbesondere die Ausbildung der Knotenpunkte wurde dabei betrachtet. Im Jahr 2009 konnte dann die Voruntersuchung abgeschlossen und 2012 das Planfeststellungsverfahren von der Regierung von Unterfranken eingeleitet werden. Das Vorhaben wurde jedoch in der Aschaffenburger Bevölkerung teilweise heftig diskutiert, da ein Eingriff in den Schönbusch befürchtet wurde und es Bedenken im Hinblick auf den Erhalt der historischen Pappelallee gab. Im Jahr 2014 gab es einen ersten Bürgerentscheid, welcher die Planung in der damaligen Form ablehnte. Infolge dessen wurde die Planung überarbeitet. 2017 erfolgte dann ein weiterer Bürgerentscheid, in dem die Bürgerinnen und Bürger von Aschaffenburg dem Vorhaben mehrheitlich zustimmten. In der Folge wurden die Planungsänderungen in das laufende Planfeststellungsverfahren eingebracht und das Verfahren durch Erlass des Planfeststellungsbeschlusses Ende 2019 zum Abschluss gebracht.

Bauablauf
Im Frühjahr 2020 wurden die Planungen für die Ausführung des Vorhabens mit der Entwicklung eines feingliedrigen Bauphasen- und Bauablaufskonzepts aufgenommen. Nach der Beauftragung der Firma Leonhard-Weiß konnte dieses Konzept während der Bauarbeiten weiter detailliert und dem Bauablauf entsprechend soweit optimiert werden, dass die gesamte Maßnahme jetzt ca. ein halbes Jahr eher als ursprünglich geplant fertiggestellt werden konnte. Dabei waren immer zwei von drei Hafenzufahrten offen und nahezu immer war der Durchgangsverkehr auf der Hauptfahrbahn in beide Richtungen möglich.

Im Jahr 2021 begannen mit dem Abbruch von zwei Gebäuden, mit Rodungsarbeiten und der Umverlegung einer Gashochdruckleitung im Stockstadter Weg die Arbeiten vor Ort. Im Jahr 2022 konnten dann die eigentlichen Straßenbauarbeiten an der Bundesstraße beginnen, die sich jedoch eher im Verborgenen für die Straßenverkehrsteilnehmer abspielten. So wurde ein Wasserzählerschacht versetzt, diverse Leitungen im und um den Hafen neu oder umverlegt. Auch eine 150 Jahre alte Druckleitung, welche für die Wasserversorgung des Schönbuschsees in den Sommermonaten wichtig ist, wurde erneuert. Zum Jahressende 2022 erfolgte dann noch der Neubau des Radweges zwischen den Anschlussstellen Hafen-West und Hafen-Ost, bevor dann im Jahr 2023 größere Asphaltarbeiten durchgeführt werden konnten. Im Jahr 2024 wurden vorrangig die Asphaltdeckschichten eingebaut und die Anschlüsse an den Bestand hergestellt. Hierzu musste zum einzigen Mal der Verkehr in Richtung Stockstadt gesperrt werden.

Ausblick
Nachdem der Verkehr nun auf der B 26 wieder wie geplant fließen kann, sind nur noch Restarbeiten auszuführen. Dazu gehören das Umsetzen eines Werbepylons, Schutzplankenarbeiten und die Installation der Bahnübergangssicherung im Hafengebiet. Außerdem werden die letzten noch fehlenden Pappeln zur Wiederherstellung der historischen Pappelallee angepflanzt.